Film, Buch und Gespräch – der Leipziger Maler Hartwig Ebersbach im Kunstmuseum

„Es muss eine Lebendigkeit erzeugt werden durch Malerei. Es muss eine Wirklichkeit hergestellt werden. Und da musste erst etwas erfunden werden, … Und das war ‚der brennende Mann’, dieser Traum, den ich dann in einer völlig neuen Form gemalt habe – vielleicht eben auch die Naivität von Nolde, die mich sehr beeindruckt hat, auch bis heute noch. Was heißt Naivität? Eben dies, direkte Malerei, die irgendetwas auch von Unkultiviertheit hat, also direkt aus dem Bauch scheinbar, und Kontraste herstellt, die man eigentlich so gar nicht planen kann.“ sagt Hartwig Ebersbach im Gespräch mit Norbert Wartig. Norbert Wartig hat den Künstler zwischen 2005 und 2009 mehrfach im Atelier besucht. Die Intensität und Weite dieser Ateliergespräche wird selbst aus der publizistisch verknappten Form des gleichnamigen Buches spürbar.

Noch nie zuvor hat sich der 1940 in Zwickau geborene Künstler in solcher Ausführlichkeit über die äußerst vielfältigen Verknüpfungen seiner Persönlichkeit und seines Werkes geäußert.

Unabhängig von politisch motivierten Aufträgen, beharrlich im Einfordern künstlerischer Autonomie, mit hoher experimenteller, innovativer und expressiver Kraft in seiner Malerei wurde Hartwig Ebersbach zu einem Wegbereiter und Orientierungspunkt für viele andere Künstler. Dennoch bildete sich keine Gruppe oder Schule um ihn. Die Quellen für diese besondere Position liegen nicht zuletzt in seiner Biographie: „Als Lehrersohn wusste ich längst die Lehrer zur Weißglut zu bringen. Das hatte ich natürlich versucht, auch auf die Gesellschaft zu übertragen: Gesellschaftsspiele in höchster Form, so habe ich das gern ausgedrückt, Geniestreiche die anderen. Dass ich damit auch im Westen Aufmerksamkeit erlangt habe, war natürlich klasse, so war ich ja auch geschützt vor einer Inquisition im eigenen Land.“

In Magdeburg ist Hartwig Ebersbach kein Unbekannter. 1992 und 2002 waren im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen umfangreiche Ausstellungen zu sehen. Wichtige Werke gehören zur Sammlung des Museums, zum Beispiel „Erdblitz II“ von 2002. In der Kirche ist darüber hinaus die große „Sienesische Malerei“ aus dem Jahr 1998 zu sehen. Sie ist eine Leihgabe des Künstlers.

Film, Buch und Gespräch – der Leipziger Maler Hartwig Ebersbach und der Autor Norbert Wartig zu Gast im Kunstmuseum Magdeburg

26. Mai 2010, 19 Uhr



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